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L i e r

Vanderpoortenstadion, 10 227 Plätze
Gesamt-Bewertung:

Stadioninformationen:
Heimatverein/e: SK Lierse
Adresse: Voetbalstraat, Lier, Belgien
Anzahl der Tests: 1 Besuch/e
zuletzt getestet/Tester: April 2004 / Webmaster Mumpf
Das Stadion:

Bei unserer Internet-Recherche, wo genau in Belgien bitteschön dieses Städtchen "Lierse" wohl liegen mag, streikten die größeren Suchmaschinen allesamt. Lösung des Rätsels war es, dass der Ort nicht wie von uns zunächst vermutet "Lierse" heißt, sondern "Lier" und so "Lierse" nur der gängige Name des ansässigen Fußballclubs ist. Wenn man sich also aus Richtung Brüssel in Richtung Antwerpen diesem Ort nähert, unterscheidet dieser sich kaum von der restlichen Einöde der belgischen Landwirtschaftsregionen.  Lier als Jupiler-Ligue-Spielort (die höchste belgische Spielklasse) dürfte kaum mehr als 50 000 Einwohner zählen. Das 10 200 Zuschauer fassende Stadion wirkt somit wie ein riesiger Fremdkörper in diesem doch recht überschaubaren, sehr ländlichen Nest. Besonders interessant aber ist die Einteilung dieses Stadions in 4 unterschiedlich große Bereiche. Die vollständig mit Sitzplätzen bestückte Hintertortribüne mit "Business Seats" und VIP-Loungen ist eine ansehnliche und riesige Tribüne mit eigenen Aufzügen, Kneipen und Logen. Sie ist in zwei gleichgroße Abschnitte unterteilt und steht auch Tribünen in deutschen Bundesligastadien nichts nach. Ganz im Gegenteil dazu steht die mittelgroße Tribüne auf der Gegengerade mit einer Kombination aus Steh- und Sitzbereichen und einem Zaun, der die auswärtigen Anhänger von den Heimfans unterteilt. Noch kleiner hingegen ist die so genannte Haupttribüne, die wiederum voll mit Sitzgelegenheiten ausgestattet ist. Man hat in Lier ein bisschen den Eindruck, als wolle man mit der riesen Hintertortribüne in höhere europäische Sphären hinaus, hat aber schnell gemerkt, dass das Geld für weitere Ausbaumaßnahmen nicht mehr ausreichte. Übrig geblieben ist ein Stadion, welches aus vier völlig unterschiedlichen Bausteinen besteht und für den Betrachter wie ein unvollständiges Kunstwerk wirkt.

Die Heimfans:

Ungewöhnliche Szenen spielten sich schon vor dem Spiel ab: Um in den Besitz einer Eintrittskarte für ein Ligaspiel zu gelangen, mussten sich aller Fans einer Art Personenkontrolle unterziehen. Genauer gesagt, gab es keine Karte ohne Aushändigen und Notieren aller wichtigen Daten des Personalausweises. Einige Lierser Fans trieb dies schon vor dem Match auf die Palme, wir erlebten zum Teil tumultartige Szenen vor den Kassenhäuschen. Grund der übertriebenen Kontrolle scheint das Hooligan-Problem des belgischen Clubs zu sein, wurde denn nicht nur während des Spiels recht ruppig gegen die Gästefans vorgegangen, auch wenn es aufgrund der heraneilenden Polizei zu keinen größeren Auseinandersetzungen kam. Ansonsten verteilen sich die Lierser Anhänger im ganzen Stadion, während der Großteil auf der Gegengerade mit Trommeln und Gesängen für Stimmung sorgt, die aber nur bei entsprechendem Spielverlauf richtige erstligawürdige Ausmaße erlangt. Als besonders herausragend kreative Fans sind mir die gelb-schwarzen nicht in Erinnerung geblieben, lediglich beim "Go Lierse!" machte das ganze Stadion mal geschlossen mit. Die Voraussetzungen für eine gute Atmosphäre sind eigentlich durch die vollkommene Überdachung gegeben, so richtig genutzt wurde dies- zumindest bei meinem Besuch - nicht. Auch etwas autark wirkt die Lierser Fankapelle auf der Haupttribüne, die mit Pauken und Trompeten ab und zu eine Melodie anstimmt, welche aber bei dem Rest des Stadions keine Unterstützung findet.

Das Bier:

Leider nicht getestet. Gut schmecken dagegen die Hamburger mit Zwiebeln und Ketchup, die zwar etwas sonderlich aussehen aber an diesem kalten Abend eine richtige Wohltat waren.

Eintrittskarten:
Weitere Bilder vom Stadion: