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Das Stadion: |
Selbst wenn gerade Mal kein Spiel anliegt - wie in meinem Falle
- muss sich der Madrid-Reisende dieses Stadion nicht entgehen
lassen. So kann man für teuer Geld eine Tour mieten (Mo-Fr,
8-18.30 Uhr), der Eintritt berappt sich auf 9€, soviel wie
andernorts ein Live-Spiel. Dennoch bin ich aber der Meinung dass
es sich lohnt. Nachdem man sich auf einer Art
"Aussichtsplattform" einen groben Überblick über die zweitgrößte
spanische Arena verschafft hat, geht es gleich mit Fahrstühlen
hinunter in die Katakomben des Fußball-Tempels. So sieht man die
VIP-Area, kann mal für 5 Minuten Trainer spielen oder es sich
auf der Auswechselbank gemütlich machen. Anschließend verläuft
die Tour durch den Spielertunnel in die vergoldeten Waschräume,
bewacht von strengen Ordnern, die aufpassen dass man nicht in
den Whirlpools zwischenzeitliche Entspannung findet.
Daraufhin trifft man auf die reichhaltig ausgestattete
Trophäenhalle mit prima Hostessen und einer Vielzahl (bekannten
und weniger bekannten) Pokalen die Madrid C.F. in Vergangenheit
einfahren konnte. Ein abschließender Blick auf die mittlerweile
knapp 81 000 Köpfe fassende Arena (wurde von über 100 000
Plätzen zu Gunsten des Komforts verkleinert) lässt erahnen dass
hier große Spiele ihr zu Hause haben. Steile, schon an
Eiger-Nordwand-Format grenzende Ränge bieten wirklich von jeder
Stelle aus einen Champions League-reichen Blick auf das
Geschehen. Man hat wirklich überall das Gefühl, den hoch
bezahlten Stars den Nacken kraulen zu können, so nah scheint man
am Geschehen zu sein. Auch wenn das Estadio Bernabeu selbst im
eher tristen Madrider Norden beheimatet ist, zählt es fast schon
zu einer fest installierten Sehenswürdigkeit der spanischen
Hauptstadt. Und so fällt es schon ins Auge, das vor allem
asiatische Fußballfreunde neben dem Plaza Mayor, El Escoriál und
dem Prado auch ein Fußballstadion in ihrem Fotoalbum verewigen
wollen. Und nur wenige europäische Stadien können so etwas von
sich behaupten. |